Wortschatz

Kinder beginnen im Alter von ca. 12 Monaten die ersten Wörter wie „Mama“
oder „Papa“ zu benutzen. Nach und nach kommen weitere, einfache Wörter wie zum Beispiel „Ball“, „Nane“ für Banane, „Löffe“ für Löffel hinzu.
Im Alter von ca. zwei Jahren spricht das Kind 20 bis 100 Wörter, versteht aber schon wesentlich mehr. Es fängt an, Wörter zu Zweiwortsätzen zusammenzusetzen.
Mit ca. 2,5 Jahren setzt dann die sogenannte „Wortschatzexplosion“ ein. Der
Wortschatz nimmt rasant zu, es kommen Verben, Artikel, Präpositionen und Farben hinzu.
Im Alter von ca. drei Jahren kennt das Kind Fragewörter und lernt, diese einzusetzen. Es stellt viele Fragen (warum?) und erweitert so seien Wortschatz stetig.
Mit vier Jahren benutzt das Kind ca. 1500 Wörter. Es lernt weitere Präpositionen
dazu und kann nun die Farben korrekt benennen.
Mit fünf Jahren kennt das Kind schliesslich auch Oberbegriffe, kann bis 10 zählen
und Vor- und Nachnamen nennen.
Kinder mit Schwierigkeiten im Wortschatzerwerb machen in der Regel diese
Entwicklungsschritte langsamer. Sie können Dinge und Handlungen aus dem
Alltag nicht benennen. Sie verwenden beim Erzählen häufig Passepartout
wie „Dings“, „öppis“, „das so“ und/oder versuchen, Begriffe mittels Gestik und Mimik zu beschrieben. Nicht selten kommt es zum Abbruch der Kommunikation, wenn das Kind spürt, dass ihm die Wörter fehlen. Bei Auseinandersetzungen bleibt jenen Kindern häufig nur die „Sprache der Fäuste“.
Manche Kinder haben grosse Probleme bei der Speicherung neuer Wörter.
Bei Wortfindungsstörungen kennen die Kinder die Begriffe, können diese zu einem bestimmten Zeitpunkt jedoch nicht abrufen. Sie suchen nach dem passenden Begriff, wodurch die Kommunikation unterbrochen wird oder durch umständliche Beschreibungen der Gedankengang verloren geht.