Stimme

Damit unsere Stimme gut funktioniert und leistungsfähig bleibt muss Atmung, Kehlkopf und Artikulationsapparat fein aufeinander abgestimmt arbeiten. Dies ist ein komplexer Vorgang.
Säuglinge gebrauchen die Stimme instinktiv richtig. Im Laufe der Entwicklung können jedoch Fehlfunktionen entstehen. Kinder imitieren und orientieren sich an Vorbilder. „Schlechte Stimmgewohnheiten“ von Bezugspersonen können sich somit negativ auf den Stimmgebrauch von Kindern auswirken.
Kinder mit Stimmstörung sprechen meistens zu laut, z.T. zu schnell oder undeutlich. Die Stimme kann sich heiser anhören, gepresst oder kraftlos. Manchmal bleibt sie ganz weg oder klingt hauchig. Die Stimme kann zu tief oder aber zu hoch sein. Manchmal fällt beim Sprechen eine Schnappatmung auf.
Die Überbeanspruchung des Kehlkopfes und anhaltender Stimmmissbrauch kann bis zu Stimmlippenknötchen führen.
Stimmstörungen treten oft im Kindergartenalter und Primarschulalter auf. Jungs sind häufiger betroffen als Mädchen.
Auch das „Näseln“ ist eine Stimmstörung. Man unterscheidet geschlossenes und offenes Näseln. Beim geschlossenen Näseln entweicht die Luft bei den nasalen Lauten (m, n, ng) durch den Mund anstatt durch die Nase.
Ein offenes Näseln liegt vor, wenn bei allen Lauten zu viel Luft durch die Nase anstatt durch den Mund entweicht. Der Stimmklang ist dann eher dumpf.
Die Stimmtherapie bei Kindern verläuft spielerisch. Die Übungen sind Körperübungen und betreffen die Atmung, die Entspannung, die Haltung, die Artikulation und die Phonation.
Ein wichtiger Teil der Therapie ist Eigenwahrnehmung und das Ziel ist einen gesünderen und leistungsfähigen Umgang mit der Stimme zu erreichen.